Warum Veränderungen und Konflikte zusammengehören

Veränderungen und Konflikte sind normal. Soweit darf beruhigt werden. Ob in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz. Für Veränderungsprozesse gibt es viele Definitionen. Schritte, die eine Veränderung mit sich bringt. Beim Konflikt es ist egal, welche Definition Sie zu Rate ziehen. Bei einem Konflikt reicht der Glaube daran völlig aus, einen Konflikt zu haben. Mit sich selbst, mit anderen oder in einer Gruppe. Einen Konflikt begleiten immer Emotionen und Gefühle.

Im Zeitalter der Digitalisierung, Buzzwords und zahlreichen Trends ist der Change, also ständige Veränderung allgegenwärtig. Warum tun sich viele Menschen dennoch scheinbar schwer, Veränderungen, speziell in der Arbeitswelt, anzunehmen oder sich mit Ihnen zu engagieren ? Nicht umsonst sind Resilienz und Co. im Vormarsch, um den sich ständig wachsenden Veränderungen menschlich gegenübertreten zu können.

Veränderungen führen zu Ängsten, der Angst vor dem Unbekannten. Und diese Angst führt zu Konflikten. Wie wir damit umgehen, hängt stark mit unseren Glaubensätzen und vor allem den gemachten Erfahrungen zusammen. Wir müssen uns zuerst im Klaren darüber sein, was unser eigenes Problem im Falle von Veränderungen ist, eher an eine Lösung gedacht werden kann. Die digitale Transformation, so diese bereits im Unternehmen stattfindet, enthält viele menschliche Hürden, die neben Ängsten auch das Selbstwertgefühl abgreifen können. Neue Programme, veränderte Prozesse und Differenzen in strategischen Ausrichtungen führen dazu, dass Konflikte entstehen.

 

Die Stufen im Konflikt

Wie weit ein Konflikt vorgeschritten ist, zeigt das Eskalationsmodell von F. Glasl deutlich. Er hat in 9 Stufen sichtbar gemacht, wo Sie und Ihr Gegenüber gerade stehen.

1.    Verhärtung

Erste Spannungen liegen in der Luft, sind jedoch noch nicht für alle Beteiligten sichtbar.

2.    Debatte

Argument folgen nun Gegenargumenten. Ein sichtbarer Streit oder eine laute Diskussion werden mit ersten Strategien versehen.

3.    Taten statt Worte

Streitigkeiten enden ohne Ergebnis. Das Verständnis dem Anderen gegenüber schwindet.

4.     Koalitionen

Es werden Sympathisanten für Meinungen gesucht und in der Gruppe oder im Team entstehen Sogwirkungen.

5.    Gesichtsverlust

Erste Unterstellungen und Unwahrheiten führen zum Verlust von Vertrauen und schaden der Identität.

6.    Drohstrategien

Erste Drohungen bis hin zu Sanktionen folgen. Mittel werden gekürzt und der Bewegungsraum des Gegenübers sowie sie Entscheidungsmacht werden eingeschränkt.

7.    Begrenzte Vernichtung

Es wird nun alle versucht, dem gegenüber möglichst zu schaden. Jeder Schaden wird als eigener Gewinn dabei betrachtet.

8.    Vollständige Vernichtung des Gegners

Es geht nunmehr nicht um das Image oder die Identität des Gegenübers, sondern um dessen Vernichtung im sprichwörtlichen Sinne.

9.    Gemeinsam in den Abgrund

Gemeinsam untergehen. Die eigene Vernichtung wird einkalkuliert, solange der Gegner ebenfalls mit untergeht.

 

Im digitalen Zeitalter sind Veränderungen und Konflikte genauso normal, wie zur Zeit der Monarchie, als der Kaiser von der Kutsche ins Automobil wechselte. Als wir die Handys gegen Smartphones ausgetauscht haben und aus Brieffreunden Facebook-Freunde wurden.

Konflikte im Rahmen von Veränderungen sollten daher als Change gesehen werden, neue Impulse und Sichtweisen anzunehmen, um damit Veränderungen voranzutreiben. Dies ist leicht gesagt, weil wir das noch nie so gemacht haben, meinte ein Kunde während eines Workshops zu mir. Es anderes zu machen braucht deshalb

  • Mehr Verständnis für andere. Den Anderen zu verstehen oder einfach zu nicken, wenn etwas gesagt wird, sind hier zweierlei Lösungen. Ein emotionsloses Nicken zeugt noch nicht von einem Verständnis dem anderen Gegenüber. Worte wie „Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, dass werden wir …“ können Verständnis auch ausdrücken und Missverständnisse vermeiden.
  • Mehr Verständnis für sich, seine Werte, Ziele und Meinungen. Wie oft gehen wir aus Besprechungen und Change-Meetings und denken uns, warum habe ich das nicht gesagt oder eingebracht. Wenn Veränderungen anstehen, arbeiten wir oftmals bis zum letzten Zeitpunkt darauf hin. Deshalb sind die eigenen Gefühle, Emotionen und Einstellungen dazu bereits im Vorfeld zu klären, um erst gar keine Konflikte ab Glasl Stufe 3 aufkommen zu lassen.

Konflikte sind normal. Jedoch führen Sie an einer gewissen Höhe dazu, dass es in Teams zu einer mangenden Loyalität kommen kann, Alleingänge vermehrt vorkommen, der Humor sinkt und die Respektlosigkeit steigt und sich Allianzen bilden, die mehr als nur die Harmonie stören. Zusammen mit Veränderungsprozessen spielen dabei die eigenen Bedürfnisse eine entscheidende Rolle, um aus Debatten und Konflikten gestärkt hervorgehen zu können.

 

Fazit

Veränderungen und Konflikte gehören seitdem wir in Höhlen lebten zusammen. Im digitalen Zeitalter ist das Unterschied dabei, dass wir uns keine Zeit mehr dafür nehmen, sondern fest an Strategiepapieren und Expertenmeinungen festhalten. Dabei bedingen Veränderungen in Unternehmen, Organisationen und Teams eine Streikkultur, um Mensch sein zu können.

 

Wie nehmen Sie Veränderungen wahr? Haben Konflikte diesbezüglich erlebt? 

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