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Wie Veränderungen und die digitale Transformation gelingen können

Die digitale Transformation bewirkt zwangsläufig eine Veränderung. Sei es im Berufsleben, oder in der Freizeit. Der Wille zur Veränderung stellt für mich, ob in Kommunikationsseminaren, oder als zentrale Inhalte meiner Tätigkeiten als Unternehmensberater, seit vielen Jahren eine wichtige Kompetenz dar. Aber gibt es überhaupt so etwas wie eine Veränderungskompetenz? Dazu habe ich mich mit Ilja Grzeskowitz dem Experten rund um das Thema Veränderung unterhalten. Er ist Autor von acht Büchern wie Attitüde: Erfolg durch die richtige innere Haltung und Let talk about Chance, Baby. Und er steht weltweit als Keynote-Speaker auf der Bühne und motiviert Menschen, um sich dem Thema Veränderung zu widmen.

 

Das bringt mich gleich zu meiner ersten Fragen. Lieber Ilja, ganz spontan, was brachte dich in letzter Zeit dazu, über eine Veränderung nachzudenken und etwa in deinem Leben bewusst zu verändern?

Ich denke grundsätzlich den ganzen Tag alleine schon wegen Berufswegen über Veränderung nach. Nicht nur, weil es mich interessiert, sondern, weil ich weiß, sondern weil es für mich als Unternehmen, für mich als Menschen, von entscheidender Bedeutung ist, mich zu hinterfragen. Was kann ich besser machen, wie muss ich mich verändern, damit ich auch in Zukunft erfolgreich oder erfolgreicher bin. Und deshalb mache ich das jeden Tag. Aber um ein konkretes Beispiel zu nennen, besonders im Jahr 2017, habe ich zwei Entwicklungsfelder ausgemacht, wo ich tatsächlich Veränderung für mich vorgenommen habe. Das ist einmal das Thema Gesundheit, als ich achte viel mehr auf meine eigene Gesundheit. Ich habe meine Ernährung unter die Lupe genommen, ich mache viel mehr bewusst Sport, einfach weil ich weiß, dass mein Körper und meine Gesundheit ein Stück weit mein Kapital sind und das ich zweitens viel mehr bewusster mit dem Thema Pausen umgehe. Ich plane meine Auszeiten, meine Urlaube viel früher und viel bewusster als ich das in der Vergangenheit getan habe. Einfach weil ich weiß, wenn ich mir etwas nicht in den Kalender eintrage, geht es in der Hektik des Alltags sehr häufig verloren.

 

Du hast dich selbst als Persönlichkeit entwickelt. Hast einen Personal Brand aufgebaut und bist selbst zur Marke geworden. Wie viel eigene Veränderung steckte eigentlich dahinter?

Ganz ganz viel. Ich würde sogar ergänzen, da steckt eine radikale Veränderung dahinter. Weil ich war ja nicht immer dieser Personal Brand, nicht immer der erfolgreiche Autor und Keynote Speaker, der ich heute bin, sondern ich habe eine ganz klassische Karriere im Einzelhandel hinter mir. Ich war vier Jahre Geschäftsführer bei Karstadt, für insgesamt 10 Standorte von Ikea und habe dann die Entscheidung getroffen nicht, das nicht weiter zu machen und diese Karriere vorzuführen, sondern einen radikalen Bruch zu machen. Ich habe mich radikal verändert. Ich habe das Ganze sein lassen und habe mein Unternehmen gegründet. Das klingt auf den ersten Blick nicht besonders verändernd, war es aber tatsächlich, weil ich von einer von außen betrachtet, mit einer sehr sehr erfolgreichen Position mit gutem Einkommen, tollen Dienstwagen, extrem tollen Karriereperspektiven komplett bei null angefangen habe. Das heißt mit Null Kunden, Null Netzwerk und vielleicht finanziellen Rücklagen für drei Monate. Und ich habe dann dieses Business von null aufgebaut. Null Markenbekanntheit. Null Positionierung. Null komma null. Das ist einfach dieser Weg, der seitdem passiert ist, ist so ziemlich die größte Veränderung, die ich in meinem Leben durchgemacht habe. Das hilft mir natürlich heute sehr, weil wann immer ich von Veränderung spreche, wenn ich vor Menschen spreche und Unternehmen dabei helfe, Veränderung dabei einzusetzen, dann kann ich natürlich aus einem riesigen Erfahrungsschatz sprechen. Weil ich all das, was die Menschen bewegt selber erfahren habe. Ich bin in ihren Schuhen gelaufen und das hilft mir beim Thema Authentizität sehr stark und es hilft mir beim Thema Credibility sehr viel.

 

Viele reden über Veränderungen und tun am Ende nichts. Warum ist dies deiner Erfahrung nach so?

Das stimmt tatsächlich. Veränderung ist wirklich etwas über das viele Menschen sprechen, Ich müsste, man sollte mal wieder, es wäre schön, wenn. Und dann tun sie am Ende doch nichts. Es ist so ein Stück weit in der menschlichen DNA verankert, glaube ich, dass Menschen nichts lieber tun als den Status Quo zu bewahren und das aufrecht zu erhalten, was sie schon kennen. Psychologen nennen es Homöostase und ich glaube das war die Therapeutin Virginia Satir, die einmal gesagt hat: Menschen würden sich lieber umgingen, als eine notwendige Veränderung anzugehen. Ganz so radikal würde ich das nicht unterschreiben, aber ich weiß das ein Großteil der Menschen ganz genau weiß, wer sich um sie herum verändern müsste, damit sie so bleiben können wie sie wollen. Deshalb reden viele drüber und wenige machen etwas.

Veränderung heißt immer diesen Tausch des bekannten, das was ich, kenne, das was ich gewohnt bin, gegen die Unsicherheit des Unbekannten. Wenn ich eine Veränderung injiziere, heißt das für mich, ich muss anders denken, ich muss anders handeln und ich muss diesen ersten Schritt ins Unbekannte wagen und da bin ich mir eben nicht sicher, was da passiert, was auf mich wartet. Wird es vielleicht schlimmer oder komme ich mit unvorhergesehenen Situationen in Kontakt. Es lässt Sie Unsicherheit verspüren. Es lässt Zweifel aufkommen und weil man nicht genau weiß, wie man damit umgeht bleibt, man eben lieber bei dem was man schon hat, auch wenn man damit nicht zu 100 Prozent damit zufrieden ist.

Und des Rätsels-Lösung, wie man dieser Zögerspirale und Mentalität entkommen kann, ist den Weg der kleinen Schritte zu gehen sich, sich auf den Weg zu machen und eben nicht auf Perfektion zu warten.

 

Kurzer Themenwechsel. Du bist ja seit kurzer Zeit Vlogger. Menschen können dir auf deinem Kanal folgen. Wie siehst du diese Chancen des Wandels für die eigene Positionierung in der digitalen Welt?

Ja, die sind riesengroß. Und gerade die Digitalisierung und das Thema künstliche Intelligenz und alles was mit Technik zu tun hat, bieten natürlich Risiken aber einfach unwahrscheinlich tolle Chancen, weil gerade das Thema Vloggen. Ich bin heute in der Lage ein Equipment zu benutzen, was mich vielleicht vor zehn Jahren das 20, 30 oder 40fache an Euros gekostet hätte. Das heißt, die Technik ist heute viel ausgereifter und auch halbprofessionelle Anwender wie ich, die jetzt keine Experten zum Thema Filmdreh oder Filmschnitt sind, können heute qualitativ hochwertige super Videos produzieren und das gilt für viele andere Varianten auch. Oder andere Techniken. Ob das jetzt das Aufnehmen von Podcasts ist, oder die Nutzung von Sozial Media oder was auch immer. Unternehmen sind einfach sehr sehr gut beraten, auf diesen Zug mit auf zu springen. Weil das Leben der meisten Menschen spielt sich in der digitalen Welt ab. Dabei geht es gar nicht darum ob wir das gut finden oder nicht, sondern wo befinden sich unsere Kunden, wo hält sich unsere Zielgruppe auf. Wenn ich eben weiß, dass ein großer Teil meiner Kunden auf You Tube ist oder sich Podcasts anhört, biete ich eben auf diesen Kanälen den Content an, ganz davon abgesehen, dass es mir natürlich auch Spaß macht, diese Medien zu bedienen. Aber als unternehmen kommt man nicht drum rum sich mit der digitalen Welt auseinander zu setzen und die Chancen in der Zukunft werden riesig sein.

 

Du sagst ja immer „einfach machen“. Wie einfach ist es digitale Medien für sich als Person und Unternehmen zu nutzen und so sind umgekehrt Risiken damit verbunden?

Ja, wenn ich das Internet so betrachte und gerade wenn ich mir Beiträge auf Facebook durchlese, oder Kommentarschlachten, dann bin ich da immer sehr zwiegespalten und ich glaube, das für die Menschen, die sowieso schon ein wenig weiter in ihrer Entwicklung sind, das da das Internet das Beste ist was es überhaupt gibt, weil man findet alles Wissen, was man haben möchte, alles ist nur einen Knopfdruck entfernt. Und andererseits ist es eben für Menschen, die eben noch nicht so weit sind in ihrer Entwicklung, für die ist es meist auch umgekehrt, da kommt dann oft sehr viel Unwahrheit heraus. Fake News werden verbreitet. Viele Sachen werden ungeprüft konsumiert. Natürlich befindet sich im Internet viel tolles, aber auch genauso viel Schrott und Schund. Man ist natürlich gut beraten, das durch einen kritischen Filter laufen zu lassen. Insgesamt sehe ich die Chancen der digitalen Medien als viel viel größer als die Risiken. Ich muss natürlich alles was ich lese kritisch überprüfen. Vielleicht auch einmal eine Quelle auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Wer dennoch als unternehmen noch nicht digital ist, sollte dies tunlichst starten, sollte es einfach machen und sich nicht abhängen lassen von Wettbewerbern, die schon lange die digitalen Medien nutzen, um ihre Kunden dort abzuholen, wo diese sich befinden.

 

Digitalisierung bedingt Veränderung, oder zumindest den Willen dazu. Was würdest du Menschen raten, die etwa in der Arbeitswelt vor Umbrüchen stehen?

Dazu gesagt: Jeder Mensch steht heute in der Arbeitswelt vor Umbrüchen, weil keiner weiß exakt, wie wird die Arbeitswelt, die Arbeitsmärkte in zehn Jahren aussehen. Eins weiß man. Sie werden komplett anders sein als heute. Viele Arbeitsplätze werden nicht mehr existieren. Das weiß man heute schon, weil die Prozesse durch künstliche Intelligenz, durch Roboter oder Softwarelösungen automatisiert werden. Dafür werden viele anderen neue hinzu kommen von denen wir heute noch gar nicht wissen wie sie aussehen, und die, die da bleiben, werden sich massivst verändern.

Weil sich auch die Lebenswelten der Menschen verändern. Da kommen so Stichworte wie Homeoffice oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf und all diese Trends hinzu. Und deshalb ist mein Rat, den ich jedem Arbeitnehmer und auch Unternehmer geben kann: Investiere in dein Wissen. Investiere in deine Fähigkeiten. Wachse als Persönlichkeit. Das heißt, besuch Seminare, lies Bücher, reis um die Welt, hör dir Podcasts an. Konsumiere so vielen wertvollen Content wie möglich, damit du als Persönlichkeit wächst. Den wer als Persönlichkeit wächst, wird automatisch ein besserer Chef, ein besserer Abteilungsleiter, eine bessere Mitarbeiterin.

Wenn ich weiß, dass ich selber in mich invertiert habe, dann habe ich die notwendige Flexibilität und gleichzeitig auch eine gewisse Sicherheit. Ich kann sagen, egal was kommt in der Zukunft, ich werde auf jeden Fall gewappnet sein. Und werde entweder ein Wunschkandidat für die Arbeitgeber der Zukunft sein, oder aber ich habe mein Unternehmen so ausgerichtet, dass ich auf jeden Trend der Zukunft sofort reagieren kann. Investiere in dich selbst und du wirst feststellen, dass diese Investition die aller aller besten Zinsen bringt.

 

Bald startet ja ein neues Jahr. Mit vielen Vorsätzen. Und bei einem oder anderem mit dem Wunsch zur Veränderung. Was sollten Leser und Leserinnen dazu beachten und welche Tipps könntest du dazu mitgeben?

Ja, das ist ein super spannendes Thema und von vielen Seiten werden ja gute Vorsätze verdammt und andere sagen die sind toll und ich kann eigentlich nur dazu sagen und es unterstützen. Leute, setzt euch Vorsätze, weil manche Menschen ganz einfach eine Krücke brauchen und wenn diese Krücke das Datum Silvester ist, dann finde ich es gut. Hauptsache es kommt überhaupt zu einer Veränderung. Ich finde ich es wichtig, dass man das Ganze nicht in einer Sektlaune, so kurz vor Mitternacht macht, sondern wenn man sich einen Vorsatz setzt, dann ist mein erster Tipp: Fokussierung. Nicht fünf Tipps gleichzeitig. So morgen 1.1. dann nehme ich ab, dann höre ich auf zu rauchen, dann trinke ich nicht mehr so viel, dann mache ich noch neue Gewohnheiten im Business und noch fünf Sachen anderer Dinge. Das wird so nicht funktionieren, weil wer viele Hasen jagt, am Ende gar keinen fangen wird. Deshalb denn man einen Vorsatz hat, sich auf einen zu konzentrieren und diesen einen Vorsatz auch wirklich durchzuziehen. Das geht umso besser, wenn man sich im zweiten Schritt fragt, mein Tipp Nummer zwei, frag dich, warum will ich diese Veränderung durchführen. Weil dieses Warum, dieser emotionale Grund, der wird dann wichtig, wenn diese Anfangsmotivation, vielleicht zwei, drei Wochen später, wenn diese ein bisschen gesunken ist, sich dann zu fragen, warum wollte ich das noch einmal machen und je emotionaler der Grund, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man das durchzieht. Und das nächste ist, das man das Ganze in kleinen Schritten macht. Niemals riesige Veränderungen vornehmen, nicht dass man sagt, ich möchte bis zum 10. Januar 10 Kilo abnehmen, sondern das man in kleinen Schritten denkt. Um bei dem Beispiel zu bleiben. Ich spare jeden Tag vom 1. Januar bis zu Ostern spare ich jeden Tag 250 Kalorien. Das ist nicht besonders viel, aber es ist machbar. Die Summe dieser kleinen Einsparungen führt am Ende zu eiern großen Veränderung. Kleine Schritte gehen. Die Salamitaktik anwenden. Und so oft wiederholen, bis man mit dem Resultat zufrieden ist. Das war Tipp Nummer drei. Und das vierte ist sich selbst sein Wort zu geben, diese geplante Veränderung auch bis zum Schluss auch durchzuziehen. Wenn man sich sein Wort gegeben hat, dann hält man das auch. Denn es gibt nichts Heiligeres aus der Welt, als ein Wort. Vor allem wenn man es sich selber gibt. Und dabei kann ich all deinen Leserinnen und Lesern nur ganz ganz viel Erfolg wünschen.

Danke dir für die tollen Fragen. Danke für das Interview und alles Liebe.

Danke für deine Zeit und deine Einblicke in die Welt der Veränderung.

 

Weitere Artikel über Storytelling, Digitalisierung und Co findet ihr unter http://www.erfolgszeiten.at/blog/

 

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