Warum sie den blinden Fleck ihrer Biografie kennen sollten

Das Leben an sich ist eine Geschichte, wusste bereits der französische Soziologe Pierre Bourdieu. Wenn das Leben somit Geschichten erzeugt und wir alle unser eigenes Leben haben, warum sollte diese Chance nicht genutzt werden? Ein paar Inputs zur Biografie vorab: Zuallererst darf ich allen Leserinnen und Lesern zu ihrer eigenen Biografie gratulieren! Sie alle sind einzigartig und haben einen blinden Fleck, auf den ich noch zu sprechen komme. Das Wort Biografie meint nichts anderes, als das Leben zu beschreiben. Um dies zu bewerkstelligen, greifen wir auf unterschiedliche Mechanismen, bewusst sowie unbewusst, zurück. Das Spannende ist, dass sich viele Menschen ihrer eigenen Biografie und ihres blinden Flecks nicht bewusst sind. 

 

Nutzen sie ihre Biografie

Neben einer Biografie verfügen wir alle über einen Lebenslauf. Im Unterschied zur Biografie hat dieser allerdings einen Anfang und ein Ende. Wenn Sie über fundierte berufliche Tätigkeiten, Projekte, usw. verfügen, dient ihnen ihre eigene Lebensgeschichte zur Darstellung ihres Schaffens in Form eines Portfolios. Die Darstellung eines solchen persönlichen Marketingportfolio kann unterschiedlich aussehen. Je nach Branche und eigenen Möglichkeiten können alte Fotos für Webauftritte verwendet werden, oder Sie können bei Präsentationen über Ihre eigenen Geschichte und den gesammelten Leistungen ihres Portfolios berichten. Anbieten könnte sich ebenso eine chronologische angeordnete Zeitleiste für Ihren Webauftritt, wodurch Sie sich von anderen Mitbewerbern abheben. Sich seiner eigenen Biografie und der darin enthaltenden Kompetenzen und Erfahrungen bewusst zu werden, hilft Ihnen, sich neu zu positionieren und Ihre Geschichte als Eigenmarketing anzuwenden. Ein paar Fragen, die Sie sich selbst stellen können sind:

  • Welche Werte und Meinungen haben Sie heute und vor einigen Jahren?
  • Was würde passieren, wenn sich nichts ändern würde und Sie zukünftig nichts ändern würden?
  • Warum tun Sie heute Dinge gerne?

Schreiben Sie Ereignisse aus Ihrer Lebensgeschichte in Form einer Zeitleiste nieder und stellen Sie sich die Frage, was Sie davon für Ihr Eigenmarketing anwenden könnten.

 

Best-Practice Beispiele

Ihre Biografie beinhaltet private sowie berufliche Tätigkeiten, die besonders hervorgehoben werden sollten. Setzen Sie auf ihre Best-Practice Beispiele! Warum? Weil der Begriff Referenz alleine wenig aussagt. Best-Practice Arbeiten können gesondert zu den beruflichen Referenzen dargestellt und detailliert in ihrem Umfang und der Dauer beschreiben werden. Best-Practice meint dabei aber auch private Tätigkeiten. Sie haben ein Haus gebaut, sind im Home und Childmanagement erprobt, usw.? Eine Biografie unterscheidet nicht zwischen beruflich und privat. Wichtig ist nur, wie Sie ihre Erfolgsbeispiele, etwa beim Small-Talk einsetzen. Ein österreichisches Sprichwort besagt ja nicht umsonst: „Beim Reden kumman Leut zam.“

 

Den blinden Fleck entdecken

Was ist Ihr Lebenswerk? Ihre Marke? Sie haben kein Lebenswerk und sind keine Marke oder Persönlichkeit? Wirklich? Bereits Joseph Luft und Harry Ingham haben mit Hilfe ihres berühmten Johari-Fenster festgestellt, dass unsere eigene Wahrnehmung zu anderen oder einer Gruppe nicht mit der Fremdwahrnehmung der „Anderen“ übereinstimmen muss. Sie nannten dieses Geheimnis „blinden Fleck“. Vielleicht sind Sie eine Persönlichkeit für andere Personen und wissen es selbst nur noch nicht? Damit haben Sie sich zum Beispiel bereits etwas erschaffen, das allgemein unter Image bekannt ist. Hinter jeder Geschichte stecken Menschen und alle Menschen haben eine Geschichte. Wer sich selbst durch eigene Werte, Persönlichkeit, Kompetenzen und Ziele zu einer Marke macht – oder sich zu einer Selbigen machen lässt – bündelt zahlreiche Bestandteile seiner Biografie.

 

Glauben Sie an ihre Story

Ihre Lebensgeschichte macht sie einzigartig, es ist ihr Leben und nicht das eines anderen. Wenn Sie sich selbst verkaufen wollen, sei es bei Kunden, in einem Bewerbungsgespräch, beim Frisör, wo auch immer, Sie bestimmen Ihre eigene Geschichte. Klingt so einfach, ist es aber nicht immer. Als Impulsgeber für Storytelling bin ich tagtäglich darum bemüht, die Eigen- und Fremdwahrnehmung von biografischen Geschichten in Einklang zu bringen. 

 

 

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