Warum Nein oftmals das besser Ja ist

Einer der häufigsten Anliegen, die ich als Trainer in meinen Kommunikationsseminaren höre, ist die Frage, wie es gelingen kann, einfach Nein zu sagen. Einfach und gelassen das Wort Nein über die Lippen zu bringen. Dieses kleine und mächtige Wort zu verinnerlichen und zu sagen, fällt vielen Menschen schwer. Dabei ist es dies gar nicht, wenn wir dazu ein paar Dinge berücksichtigen.

Generell verbinden wir mit einem Nein oft etwa s Negatives. Ein Gefühl. Eine Emotion. Davor haben wir Angst. Angst vor der Nicht-Akzeptanz von Anderen. Vor einer möglichen Diskussion. Vor der Reaktion des Gegenübers. Was es auch immer ist, was wir mit einem Nein verbinden, es ist nicht gut. Zumindest auf den ersten Blick.

Lernen Sie ihr Nein kennen und akzeptieren

Bereits Schulz von Thun fand heraus, dass wir Informationen mit unterschiedlichen Inhalten hören. Neben dem Inhalt, schwingen eine Aufforderung zum Handeln und Überlegungen zur eigentlichen Aussage mit. Zu Beginn meiner Seminare frage ich die Teilnehmenden, was sie gerne mitnehmen wollen. Im Hinblick auf die Frage, wie ein Nein einfacher gelingen kann, ergibt sich häufig ein wichtiger Umstand, der in vielen Fällen generell auf viele Themen der Kommunikation zutrifft: Wir kennen bereits sehr viele Antworten auf unsere Fragen. Vor allem auf die Frage nach dem Umgang mit unserem Nein. Wir wissen, dass es uns Unbehagen bereitet. Und, dass wir ein Nein nicht mehr rückgängig machen können, wenn es einmal ausgesprochen worden ist. Gleichzeitig wissen wir, dass ein nicht ausgesprochenes Nein auch keine Lösung ist. Sie kennen sicherlich Situationen, in denen Sie gerne Nein gesagt hätten. Haben gemerkt, wie sie innerlich das Gefühl hatten, jetzt etwas sagen zu wollen und dann im Endeffekt nichts gesagt hatten. Warum auch immer. Meist haben wir in Situationen, in denen wir zu etwas Nein sagen wollen, einen inneren Druck und eine Erwartungshaltung. Wir denken bei unseren Entscheidungen mehr an andere als an uns selbst. Wie wäre es, wenn wir unser Nein je nach Situation akzeptieren und zu unserer Meinung, Standpunkt und der damit verbundenen inneren Haltung stehen?

Wer Nein sagt, steht zu sich selbst

In meinen Seminaren stellt sich immer wieder ein Faktor heraus, wenn es um das Nein in der Kommunikation geht, der unweigerlich damit verbunden ist: Selbstbewusstsein. Wer sich seiner Selbst bewusst ist, akzeptiert sich und seine Entscheidungen. Nein zu sagen ist nichts Schlechtes, sondern ein Teil unseres Wesens. Sie kennen sicherlich die eine oder andere Situation, wenn Menschen zu allem immer Ja sagen. Machst du noch jenes mit? Wer springt beim Dienst ein? Es gibt häufig diejenigen, die oft Ja sagen und dann die anderen, die sich über die Nein-Sager ärgern. Nein ist daher stark mit einem inneren Gerechtigkeitssinn verbunden. Wenn ich Nein zu etwas sage, stehe ich dazu und weiß, dass sich andere Personen darüber ärgern werden. Stellen sie sich daher die Frage, was passieren würde, wenn sie auch einmal Nein sagen würden? Wie würde sich ihre Arbeit verändern? Wie sich ihre Organisationsstruktur verändern?

Es geht um ein Verhalten und nicht um den Menschen

Können Sie sich noch an ihre Schulzeit erinnern? An die ersten Prüfungen? Benotungen? Spätestens dann haben Sie ihre ersten Neins gehört und gelernt, dass mit Nein etwas Negatives verbunden wird. Wir sind sozusagen darauf geschult worden, bei Entscheidungen eher zu etwas Ja als nein zu sagen. Lernen Sie daher ihre persönliche Nein-Kultur kennen. Etablieren Sie ein Nein in ihrem Unternehmen, um Menschen die Möglichkeit zu geben, neue Impulse und Wege zu äußern. Ein Nein kann oftmals das bessere Ja sein. Zu sich selbst und zu anderen. Es liegt an Ihnen.

Ihr Michael Egger

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