Vergleichen mit dem Erfolg

Wenn ich so dasitze, zwischen Büchern und auf den hellen Bildschirm meines Laptops schaue und über das Thema Vergleich nachdenke, höre ich in meinem Inneren immer wieder einen Satz: Du sollst dich nicht mit anderen vergleichen. Als Berater und Trainer für Business Storytelling ist es meine Aufgabe die Einzigartigkeit einer Story zu entdecken und sicht- und nutzbar zu machen. Der Vergleich mit anderen wäre dabei mehr als kontraproduktiv. Und dennoch ist er da, der Blick auf Andere. Auf Menschen, die bereits diese Geschichten geschrieben haben. Diese Erfolgsstorys und verbreitenden Botschaften, die andere inspirieren. Was ist also dran am Vergleich?

Um eines vorwegzunehmen: Wir vergleichen uns immer. Entweder mit uns selbst oder mit anderen. Wie sollten wir auch anderes herausfinden, was besser oder schlechter ist?

Ausschnitte

Meiner Erfahrung nach sehen wir immer nur Ausschnitte einer Erfolgsgeschichte. Die Misserfolge und andere nicht so schönen Dinge will ja niemand sehen. Dies zeigt sich im on- und offline Bereich. Etwa an einer Alltagsfrage. Wie geht es dir? Was kommt hier immer als Antwort? 99 Prozent geben diese Antwort die Sie sich jetzt vermutlich denken. Stellen Sie sich vor,  wenn nur fünf Prozent nach dieser Frage sagen würden: Na ja, heute mal weniger gut.“

Der Vergleich lässt sich nicht aufhalten

Wir vergleichen uns ständig. In der Arbeit. Im Privatleben. Ist-Soll Zustände, der To-Do Plan, die Erkenntnisse der Woche, die Ansammlungen von Daten und Fakten sind da. Ob wir wollen oder nicht. Dabei vergleichen wir uns ebenso mit unserer eigenen Geschichte mit anderen Storys häufig. Seien es andere Unternehmen, Marken oder Personen, die scheinbare Erfolgsgeschichten geschrieben haben. Dagegen ist nichts Verwerfliches zu sagen. Erfolgreiche Menschen müssen scheinbar vieles erreicht haben, um dort zu sein, wo sie sind. Der Vergleich hilft uns dabei, um unsere Ziel zu fokussieren. Da will ich auch hin. Das will ich ebenfalls erreichen. Das für mich skurrile dabei ist, dass viele Menschen, die diesen scheinbaren beruflichen und privaten Erfolg erreicht haben, davon leben, anderen Menschen zu erzählen, wie sie ebenfalls so erfolgreich werden. Dabei ist eine jede Erfolgsstory einzigartig.

Äußere und innere Wahrheiten

Von außen her betrachtet sind Unternehmen und Persönlichkeiten dann erfolgreich, wenn sie dies in der einen oder anderen Form zeigen. Dahinter stecken allerdings ganz andere Geschichten. Viele erzählen nicht die steinigen Geschichten, sondern haben ein Bild nach außen erschaffen, welches uns diese Schwierigkeiten und Brocken, die aus dem Weg geräumt werden mussten, nicht sehen lassen. Die innere Wahrheit wird kaum ganz ans Licht kommen. Für den Vergleich allerdings sind diese langfristigen Stufen zum Erfolg sehr wichtig. In meinen Seminaren zeige ich gerne Beispiele auf, um gute Business Storys und deren Erfolgsgeschichte anderen näher zu bringen. Vergleiche mit Geschichten, die nicht funktioniert haben, sind ebenso dabei. Bei aller Einzigartigkeit sind andere Perspektiven, die in der einen oder anderen Form bereits funktioniert haben, sehr wert voll. Sei es für die eigene Motivation oder Strategie. Schließlich muss das Rad auch nicht neu erfunden werden.

Fazit

Vergleiche sind allgegenwärtig. Auch wenn es erfolgreiche Menschen und Unternehmen immer wieder gebetsmühlenartig erzählen: Der Weg zum Erfolg kann steinig sein und der Ist-Zustand zeigt nicht die oft jahrelangen Bemühungen, sein Ziel erreicht zu haben. Wie steinig der Weg dorthin allerdings wird, hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Vergleichen Sie sich daher am besten mit sich selbst. Wie viele Steine haben Sie in den letzten Tagen, Monaten, Jahren aus dem Weg geräumt und wo stehen Sie heute? Vergleichen Sie sich öfter mit sich selbst und weniger mit anderen. Ein bisschen ist gut, zu viel davon und Sie geben ihre Einzigartigkeit auf.

 

 

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