Kleine Storys – große Wirkung

Vor kurzem bekam ich eine Nachricht auf meinen Artikel „Weshalb Storytelling wichtig ist“. Eine Person schrieb mir, dass sie keine große Geschichten erzählen könne und sich hingegen bei Anekdoten schon leichter täte. Diese Nachricht nehme ich zum Anlass, um diesmal den kleinen Storys große Aufmerksamkeit zu widmen.

Es ist einige Tage her, als ich wieder einmal eine grandiose Anekdote aus einer Lebensgeschichte hörte. Ich musste lachen und fand diese kleine Geschichte, die während eines Small Talks erzählt wurde, sehr interessant. Kennen Sie ebenfalls derartige kurze Geschichten. Sie beginnen meist mit den Worten damals, ich kann mich noch erinnern, das war …, in diesem Zusammenhang fällt mir ein, usw. Lauter Anekdoten, die im Laufe der Zeit, je länger ein Gespräch dauert, zu einer größeren Geschichten verschmelzen.

Merkmale einer Anekdote

Eine Anekdote hängt meines Erachtens zunächst stark der Faktor der Glaubwürdigkeit zusammen. Dabei spielt es weniger eine Rolle, ob es sich um eine reale Situation handelte, oder um eine Schilderung einer schier unglaublichen kurzen Story. Eine gute Anekdote fesselt eine Person. Sie ist meist humorvoll, enthält eine Pointe und fasst für mich eine Situation beziehungsweise ein Erlebnis in wenigen Sätzen zusammen. Eine Anekdote ist jedoch kein klassischer Witz, sondern führt den Zuhörer meist überraschend hin zu einer Pointe. Vor allem über Persönlichkeiten wie Schauspieler, Politiker oder Unternehmer werden Anekdoten erzählt. Kurze Geschichten, die jedoch ebenso zur Stilisierung und Personalisierung negativ verwendet werden können.

Anekdoten im Alltag

Kurze Storys, die Menschen emotional mit Humor erreichen, können finden sich überall im Alltag. Sie haben Kinder? Einen Hund? Eine Katze? Dann müsste ihnen sofort eine lustige Geschichte einfallen. Viele kurze Geschichten erzählen wir zudem immer und immer wieder. Kennen Sie diese Szenarien ebenfalls? Jemand erzählt ihnen mehrmals eine lustige Geschichte? Vielleicht in einem anderen Zusammenhang, jedoch mit derselben Aussage am Ende erzählt? Spannend finde ich es dabei immer, dass wir damit unserem Gedächtnis Geschichten regelrecht antrainieren, die im Nachhinein vielleicht gar nicht so abgelaufen sein müssen.

Anekdoten sind für mich sehr bedeutsam, um große Wirkungen zu erzeugen. Einige Themenbereiche, wo sie im Alltag eingesetzt werden, sind beispielsweise Aussagen, um bestimmte Themen damit auf den Punkt zu bringen. Kurze Geschichten über einen Kunden oder Mitarbeiter, über ein besonderes Erlebnis im Geschäftsalltag sind gerade im Verkauf eine gute Möglichkeit, um Menschen besser zu erreichen. Dass Anekdoten mit einem zunächst kaum scheinbaren humorvollen Ende versehen werden können, zeigt ein Bespiel aus meiner Lebensgeschichte. Zu Beginn des Studiums sagte die damalige Leiterin des Studienlehrganges: „Schön, dass Sie sich für ein Studium der Geschichte interessieren, auch wenn Sie nach Abschluss kaum Arbeit finden.“ Die gleiche Person sagte drei Jahre später zu Beginn des Doktoratsstudiums: „Schön, dass Sie sich für dieses Studium interessieren, auch wenn Sie damit am Arbeitsmarkt äußerst marginale Chance haben werden.“

Anekdoten werden immer wieder gerne erzählt.

Um sie nicht zu vergessen, sollten Sie sich diese notieren. Nach einigen Wochen werden Sie feststellen, dass viele kleine lustige Storys im Alltag vorkommen und können diese Anekdoten in ihre Kommunikation einbauen. Anekdoten entfalten ihre positiv besetze Wirkungskraft in der Kommunikation meiner Erfahrung dann, wenn diese mit ein wenig Humor gewürzt, Dinge auf den Punkt zu bringen. Als Business Storyteller entdecke ich immer wieder diese kleinen Storys, die sich erst in einer retrospektiven Zusammenschau als große Geschichte entpuppen.

Ich bin gespannt auf Ihren Kommentar und Ihre Anekdoten.

 

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