Gedanken zur Digitalisierung – ein Plädoyer an die Kommunikation

Meine Uhr zeigt gerade 14.45 und ich sitze vor meinem Laptop. Und ich hatte gerade die Idee, in 30 Minuten einen Artikel zum großen und unerschöpflichen Thema der Digitalisierung oder besser der digitalen Transformationen zu schreiben. Mal schauen, wie weit ich damit kommen werde und was alles am Ende gar unbeantwortet sein wird. Zunächst danke ich Ihnen, dass Sie sich jetzt die Zeit nehmen und mit mir meine Gedanken teilen. Und zwar Digital. Spannend.

Gedanke 1, Digitalisierung – Freund oder Freund

Als ich eines Tages in einem großen Konzern für ein Digitalisierungsprojekt tätig war, sagte ein Mann, zwischen 50 und 60 Jahre alt, dass ich Ihn doch nun nicht „weg-digitalisiere“. Ich sagte natürlich Nein. Im Wissen, dass seine Arbeit wohl in Zukunft anders verlaufen würde. Er Neues dazu lernen wird müssen. Sein Arbeitsalltag nicht mehr derselbe wie die letzten X Jahre sein würde. Für ihn war ich ein Feind. Zu Recht? Nein, weil wir den Wandel nicht aufhalten können. Dinge, Arbeitsprozesse, die Kommunikation an sich ändert sich. Ob wir wollen oder nicht.

Ist die Digitalisierung ein Freund? Kommt darauf an, wer und warum im Unternehmen digitalisiert wird. Mir sind in meinen Beratungen immer der systemische Blick und alle beteiligten Menschen sehr wichtig. Nur so können alle mit an Bord geholt und ein gemeinsames Ziel erkennbar gemacht werden. Unternehmen, die von Oben nach Unten digitale Prozesse in Gang setzen, müssen zwangsläufig auf Widerstände stoßen. Zurück zu dem Mann. Ich konnte ihm die Angst nehmen, weil ich ihn ins Projekt integriert habe. Ihm zugehört habe. Mir die Zeit dafür genommen habe.

Gedanke 2, Digitalisierung – Warum so ein Hype?

Digitalisierung als Wort ist nichts mehr wert. Gleich wie Hand-Schlag-Qualität. Okay, Letzeres ist ein anderes Thema. Digitalisierung ist überall Thema. Auf Kongressen, Messen, Weiterbildungen oder anderen Veranstaltungen. Überall. Dabei meinen wir beim besten Willen nicht alle das Selbe damit. Digitalisierung ist ein Hype, weil es genau genommen um die digitale Transformation geht. Um eine Veränderung in der Gesellschaft. Gut so. Was wäre, wenn immer alles gleich bliebe. In 20 Jahren wird die Zeit wohl Zeitalter der Digitalisierung heißen und unsere Kinder werden einen Spaß daran haben, wie wir uns darüber ausgelassen haben.

Gedanke 3, Digitalisierung – Wo bleibt die passende Kommunikation

Erstaunlicherweise höre ich oft, dass in Unternehmen an vielen, nennen wir es einmal „digitalen Produkten“ kein Bedarf besteht. Keine Zeit dafür da sei, sich damit auseinander zu setzen. Oder mein Favorit, man es nicht nötig habe. Keine Zeit zum Nachdenken? Nicht nötig? Stellen Sie sich nun einmal vor, 1920 hätten Unternehmen keine Lastkraftwagen gekauft, sondern hätten weiterhin Ihre Waren mit einer Pferdekutsche transportieren lassen. Um den Gedanken fertig zu spinnen: Es muss Zeit für Innovation und Fortschritt sein. Nicht des Fortschrittes willen. Nicht, um auch bei einem Trend dabei zu sein, bei dem nicht alle Stakeholder bereits in einem Gesamtkonzept mitgedacht wurden. Nein. Es geht schlichtweg um das Denken und das Verlassen seiner Komfortzone. Digitalsierung bedeutet schließlich nicht, ein Sprichwort trifft es wohl am besten, „bei jedem Sauaustreiben dabei zu sein“, sondern sich das auszusuchen, was jetzt und auch überübermorgen einen Nutzen für das Unternehmen bringt.

Wenn die Gedanken ihren Lauf nehmen. Nun sind 25 Minuten vergangen. Noch Zeit für mein Plädoyer an die Kommunikation. Digitalisierung gehört meines Erachtens nach passend kommuniziert. Und zwar so, dass Altes nicht gleich über Bord gehen muss und nur das Neue strahlen darf. Es ist die Kommunikation zwischen der realen und der digitalen Welt, die uns neue Perspektiven bringt. Der Mensch muss dabei immer im Mittelpunkt stehen. Die Digitalisierung  läuft schon längst. Sie könnte schneller laufen. Muss sie aber nicht. Sonst müssten wir der Digitalisierung hinter her laufen.

Ihr Dr. Michael Egger

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