Aus der Sicht von Kindern lernen. Storytelling leicht gemacht

Können sie sich noch daran erinnern? Als sie noch gespannt zuhört haben, als ihnen ihre Eltern ein Buch vorgelesen haben? Als sie mehrere Minuten lang still dasaßen? Und heute? Heißt das große Geheimnis Storytelling. Dabei müssen wir einfach wieder auf unsere Kinder hören. Sie erzählen uns noch Geschichten. Voller Leidenschaft. Voller Hingabe. Voller Fantasie. Meine Quelle ist fünf Jahre alt. Sein Blick auf die Welt wurde noch nicht von einer normenden Verschulung geprägt. Daher sammle ich ab und zu seine Wahrnehmungen und Geschichten und habe ihnen für diesen Artikel drei besondere kurze Storys mitgebracht.

 

Der Geradlinige

Das Leben schreibt oftmals die besten Geschichten. Vor einiger Zeit war ich mit meinem kleinen Sohn unterwegs. Er lief wie immer stolz mit seinen rosaroten und blinkenden Turnschuhen herum. Als wir die Treppen von der Garage hinaufgingen, schaute ihn ein Nachbarskind, ein fünfjähriges Mädchen, verwundert an. Sie fragte ihn, warum er rosa Schuhe an hat? Die seien doch für Mädchen. Er sagte darauf schlicht: “Warum hast du rosa Schuhe an? Meine Schuhe gefallen mir einfach.” Die Antwort meines Sohnes resultiert nicht nur aufgrund seines Selbstbewusstseins. Es ist seine Wahrnehmung und Verständnis. Diese kurze Story ist symbolhaft für unsere Wahrnehmung von richtig oder falsch.

 

Der Verkäufer

Kinder sind gute Storyteller und damit Verkäufer, weil Sie versuchen, Probleme zu lösen und ihre Wünsche in Geschichten zu verpacken. Mein kleiner Sohn kam über die Treppe vom ersten Stock heruntergerannt und rief: “Papa, Papa, Papa.” Ich bin sofort hingelaufen und in der Mitte der Stiege hat er schon auf mich gewartet. Zwischen dem Treppengeländer sagte er zu mir: “Papa, wenn wir heute Eislaufen gehen, brauchst du keine Angst zu haben. Ich werde es dir zeigen.” Ich erwiderte: “Ja, wieso sollte ich Angst haben?” Er darauf: “Weil du es ja noch nicht so gut kannst.” Daraus sagte ich: “Aber ich habe ja noch gar keine Eislaufschuhe, wie soll ich dann mitfahren?” Er schaute dann etwas traurig. Überlegte kurz und rief: “Mama, Mama wir müssen gleich für den Papa Eislaufschuhe kaufen!” Was war passiert? Mein kleiner Sohn, der zuvor erst einmal in seinem Leben auf Eislaufschuhen stand, erzählte mir eine Geschichte, die zwei Dinge auf Anhieb löste. Zum einen mein scheinbares Problem mit der Angst und zum anderen das Problem meiner noch nicht vorhandenen Eislaufschuhe. Am Ende stand alles auf einem Scheideweg. Sollte er weinen, weil ich keine Eislaufschuhe habe und somit nicht mitfahren konnte, oder musste eine andere Lösung her? Ideale Bestandteile einer guten Story. Ein Held, ein Problem, zwei Wege zur Lösung, authentisch, ein passendes Ende. Hätte mein Sohn am Ende einen Firmennamen genannt, wo wir die Eislaufschuhe kaufen sollen, dann wäre dies eine gute Story für Marketing und Verkauf geworden.

 

Der Querdenker

Vor einiger Zeit wollte ich mit meinem kleinen Sohn Stein-Schere-Papier spielen. Kennen Sie sicherlich auch. Ich fragte ihn, ob er das Spiel schon einmal gespielt hatte. Ja, im Kindergarten, meinte er darauf. Okay. Gesagt, getan. Ich fing an. Eins. Zwei. Drei. Bei drei streckte ich ihm selbstbewusst eine Faust für das Symbol des Steines entgegen. Er lächelte nur und bewegte seine ausgestreckten Finger seiner rechten Hand wie ein Ast, der sich im Wind bewegt, hin und her. “Das ist Gummi. Gummi schlägt alles.” Diese kurze Story widerspiegelt sehr gut, wie wir Inhalte neu interpretieren und Innovation erschaffen können. Und diese kleine Story ist zu einem festen Bestandteil für meine Vorträge geworden.

Drei kleine Geschichten mit viel Wirkung. Es braucht nicht viel dazu. Zuhören. Nachmachen. Erzählen wir wieder mehr Geschichten. Um Inhalte zu erklären, zum Nachdenken oder damit uns Menschen leichter folgen. Sie wollen mehr Storys in Präsentationen, Führung oder Vertrieb einsetzen? Dann finden Sie hier nähere Informationen für ihr individuelles Inhouse-Seminar.

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